Jung geblieben finden wir super, zu jung Bier trinken aber nicht so.

Deshalb: Bist du schon 16?

Wälder goes Vienna

Von der Alpe ins Haubenlokal: Das schafft nicht nur der Käse, sondern auch unser Wälder. Das Bier kommt natürlich nicht unmittelbar von der Alpe, aber sie spielt eine entscheidende Rolle. Genauso wie der Zufall und die Qualität von unserem Bier.

Wälder goes Vienna

Dass es immer wieder auch die Wälder nach Wien zieht, ist einigermaßen bekannt. Genaue Zahlen gibt es leider keine. Der Anteil der Wälder in Vorarlberg liegt bei rund 8 Prozent. Legt man diesen Prozentsatz um auf die angeblich ca. 30.000 Vorarlberger, die in Wien leben, wären das rund 2.400 Wälder in Wien. Das ist eine ziemlich wagemutige Rechnung und womöglich hat sie nichts mit der Realität zu tun.

Das ist aber insofern egal, weil es in dieser Geschichte gar nicht darum geht, wie (oder wie viele) Wälder nach Wien kommen, sondern um das Wälderle. Denn das hat es ebenfalls nach Wien geschafft, genauer gesagt: In eines der besten Restaurants der Stadt. Oder gar des Landes? Aber der Reihe nach. Denn man muss bei dieser Geschichte ein wenig aufpassen, dass man nicht durcheinanderkommt.

Da ist zum einen besagtes Restaurant, das Mraz & Sohn. Eröffnet wurde esvor knapp 30 Jahren von Vater Markus, mittlerweile sind beide Söhne, Manuel und Lukas, mit an Bord. Für manche steht es „an der Spitze der heimischen Gastronomie“ (Der Standard), für andere zählst es zu den „spannendsten Restaurants der Stadt (Falstaff). Zur Veranschaulichung der Qualität des Restaurants dienen auch die drei Hauben bzw. zwei Michelin-Sterne.

Wälder goes Vienna

Ein anderer Protagonist in dieser Geschichte ist Anton Sutterlüty. Nach der Matura zog es ihn nach Wien, wo er Kunstgeschichte studiert und über viele Jahre als Kunstvermittler gearbeitet hat. Neben seiner Tätigkeit als Kunstvermittler war er auch immer „Käsevermittler“ für seine Freunde in Wien. Kein Wunder, schließlich hat Anton schon als Kind mit seiner Familie eine Alpe im Bregenzerwald bewirtschaftet, später tat er dies als Ferialjob und seit 2001 ist er als Senn auf der Alpe Untere Falz. Und weil die Zahl der Käsefreunde in Wien immer größer wurde, wurde das Käsevermitteln irgendwann zu seinem Hauptberuf.

Mittlerweile hat Anton einen beeindruckenden Käsekeller im ersten Bezirk, wo sein Käse reift und gedeiht. Und damit sind wir bei der Verbindung zum Mraz & Sohn. Dort wird den Gästen nämlich unter anderem Antons Käse serviert. Und weil dieHerrschaften vom Mraz & Sohn gerne wissen, wo ihre Produkte herkommen und wie sie hergestellt werden, machte sich Manuel auf den Weg von Wien nach Vorarlberg. Um Anton einen Besuch auf der Alpe Untere Falz abzustatten.

Aufmerksame Leser dürften nun bemerken, dass wir dem Wälderle Schritt für Schritt näherkommen. Denn wie es sich gehört, wurde dann auf der Alpe natürlich auch das eine oder andere Feierabendbier getrunken. Sehr zu Freude des Besuchers aus Wien. Das Wälderle hat ihm ziemlich gut geschmeckt. Und mit gut schmeckenden Dingen kennt er sich bekanntlich aus. Schnell kam man also zum Entschluss: Man will das Bier auch den Gästen im Mraz & Sohn anbieten. „Mir hat das halt einfach extrem getaugt, das Bier. Es spricht für sich selber“, sagt Manuel rückblickend. Und so wurde Anton, der ehemalige Kunstvermittler und heutige Käsevermittler, zum Biervermittler.

Vertreter Walter und Geschäftsführer Lukas haben dann eigenhändig die erste Ladung Wälderle – und ein paar Fässer – ins Auto geladen und sich auf den Weg gen Osten gemacht. In der Bundeshauptstadt wurden sie natürlich freudig empfangen und konnten sich von dem doch eher außergewöhnlichen Ambiente des Mraz & Sohn überzeugen. Man kann sagen, es hat ihnen ziemlich getaugt.

Wälder goes Vienna

Im Grunde ist dies also eine Geschichte über Menschen, die von Westen nach Osten und andere von Osten nach Westen und wieder andere wieder von Westen nach Osten gefahren sind und irgendwann hatten sie Bier dabei. Und seitdem gibt es unser Wälderle nun in einem der besten LokaleÖsterreichs, fernab der Bregenzerwälder Heimat. Das taugt nicht nur den Exil-Wäldern in Wien, sondern auch uns.

Ende der Geschichte