Geschichte

Brauerei Egg – ein Kapitel Biergeschichte im Bregenzerwald

Das Bierbrauen hat eine starke Tradition im Bregenzerwald. Vor 100 Jahren gab es in Vorarlberg noch insgesamt 74 Brauereien, 33 davon im Bregenzerwald. Mittlerweile sind wir die einzige Brauerei in der Region und vertreiben unser Biersortiment in ganz Vorarlberg mit dem Schwerpunkt Bregenzerwald.

1894

Gründungsjahr der Brauerei Egg.

Das Bierbrauen erlebte zur Gründerzeit im Jahre 1894 im Bregenzerwald eine Hochblüte. Meist waren es kleine Hausbrauereien in Verbindung mit einem Gasthof. Die Gründer der Brauerei Egg hatten andere Pläne. Ihnen schwebte ein modernes Unternehmen vor, in dem Bier für die gesamte Talschaft erzeugt wird. Facharbeiter wurden angeworben und es mussten damals auch jene überzeugt werden, die in einer Brauerei den Quell des Alkoholismus sahen.

 

24. März 1894

Das erste Bier wurde gezapft.

In der Brauerei Egg unter dem Namen „Simma, Kohler & Cie“ wurde am 24. März 1894 das erste Bier gezapft. Gesellschafter waren Kaspar Kohler, Weinhändler und Gastwirt, Kaspar Simma, ebenfalls Gastwirt, dessen Schwager, der Tischler Kaspar Ritter, der Arzt Dr. Engelbert Feuerstein, Johann Michael Moosbrugger, Inhaber der Bruggmühle sowie die Brüder Leo und Melchior Meusburger vom Gasthof Taube.

1902

Aufschwung durch das Wälderbähnle

Durch die Eröffnung der Wälderbahnstrecke von Bregenz nach Bezau konnte Bier auch in die Landeshauptstadt und die Umgebung geliefert werden. Ein weiterer Vorteil war, dass die Rohwaren kostengünstiger bezogen werden konnten. In größere Schwierigkeiten geriet das Unternehmen im Ersten Weltkrieg. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation wurde die Einfuhr von Gerste limitiert.

1917

Bierproduktion wurde gänzlich eingestellt.

Der Rohstoffmangel führte zu einer Einstellung der Bierproduktion. Um den Ruin zu verhindern, stellten die Egger Brauer kurzerhand auf die Limonade-Erzeugung um, denn Zucker war leichter zu bekommen als Getreide.
Auch Heute erzeugt die Brauerei Egg als zweites Standbein noch eigene Limonaden unter dem Markennamen Wälder Limonade.

Zwischenkriegszeit

Erweiterung der Gebäude

In der Zwischenkriegszeit wurden die Gebäude erweitert, neue Brauerei-Rosse in Ungarn angeschafft und der Kundenkreis erweitert. Es wird erzählt, dass der damaligen Geschäftsführer Kaspar Ritter das Geld bei den Gastwirten im Bregenzerwald persönlich eingehoben habe und dafür drei Tage unterwegs war.

Eisproduktion am Galgen

Ein besonderes Problem war die richtige Kühlung des Biers. Im Winter wurde Eis gestochen und im Keller der Brauerei gesammelt. Zusätzliches Eis wurde von einem sogenannten Eisgalgen gewonnen, einer hölzernen Konstruktion, die mit Wasser bespritzt wurde. Die so produzierten Eiszapfen lagerte man in Blöcken und lieferte sie im Sommer gemeinsam mit dem Bier an die Gasthöfe.

50er Jahre

Bier für die Haushalte

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt Bier langsam auch in den Haushalten Einzug und verdrängte den selbst gemachten Most. Das Umfeld änderte sich, kleine Brauereien gab es kaum noch und die größeren schlossen sich zusammen. Das zwang die Brauerei Egg zu Investitionen. Holzfässer wurden durch moderne Aluminiumtanks ersetzt und ein neues Sudhaus wurde errichtet. Dies war der Beginn für eine laufende Investitionstätigkeit, die sich für die Egger Brauerei langfristig bezahlt machte. Von den ehemals über 30 Brauereien im Bregenzerwald ist die Brauerei in Egg die einzige, die altes Brauhandwerk bis in die Gegenwart gerettet hat.